Lieder, Rauch und Räusche

Lustige Geschichten rund um mein Musikerleben in den 90er und 2000er Jahren


Der 100 DM Tip


Mainz, Irish Pub, Weißliliengasse 5, irgendwann Anfang der 2000er Jahre.


Wie so oft, war ich über's Wochenende gebucht, Freitag in Wiesbaden, Samstag in Mainz. Die Kneipe war voll, die Stimmung gut. 

Irgendwann, am Ende des 2. Satzes kamen 3 Männer in dunklen Anzügen (später erfuhr ich, dass diese von einem Ärztekongress aus Wiesbaden waren) durch die Türe und nahmen Platz an der Bar.  Einer lief direkt zu mir an die Bühne, legte 100 DM auf den Barhocker, wo mein Getränk stand und sagte auf Englisch, mit russischem Akzent: "Can you play 'Michelle' from the Beatles"? Noch bevor ich antworten konnte war er wieder in Richtung Bar verschunden. "No, sorry. I don't know the chords", rief ich ihm noch hinterher. 

Ich beendete meine Runde, legte meine Gitarre ab, nahm mein Tip Jar in die Hand und ging Trinkgeld sammeln. Als ich zu den "Men in Black" kam, entschuldigte ich mich nochmal bei dem Herrn und reichte ihm den großen, blauen Geldschein. 
"No, you can keep it. It's ok. Keep it. And here is a number sou should call. It's a friend of mine in Wiesbaden. A music teacher and voice trainer. Call him. I will pay for it all."

Ich hatte mich nie dort gemeldet. Bis heute weiß ich nicht, ob das nur ein Kompliment war und ein ehrlich gemeintes, meine Stimme zu verbessern, oder ein Wink mit dem Zaunpfahl, der dem Spender allerdings 100 DM kostete.
Wer weiß, wohin mich dieser Anruf "gebracht" hätte. 

Die Zeit in Mainz und Wiesbaden, jahrelang in den beiden Irish Pubs, war eine sehr intensive Erfahrung. Die langen Nächte, mit viel Alkohol und Zigaretten, die dreckigen, kalten Musikerzimmer in irgenwelchen Hinterhöfen, die Morgende danach, zu Fuß stundenlang durch die Innenstädte von Cafe zu Cafe, die Tagebucheinträge und kleinen Pläne, die Versuche, Gedichte und Lieder zu schreiben. Und immer war ich froh, frei zu sein, bis zur nächsten Nacht, voller Lieder, Rauch und Räuschen.




Hier der passende Song aus dieser Zeit als tingelnder Pub Musiker

2

"Simple Songs"

Das "Geistervideo"


Für eine Casting Seite (Cycast) 2009 geschrieben,
schnell aufgenommen, in Annas und meiner ersten gemeinsamen 30qm Wohnung. Meine Stimme klingt müde und nach Rauch. Zu dieser Zeit war mein Pulver schon fast aufgebraucht, nach 10 Jahren Woche für Woche in Irish Pubs, mit Nächten, die ihre Teufel fanden, scheinbar sorglos und unbeschwert, getrieben von unbändiger Abenteuerlust und Freude. "Those were the days, my friend..."


"Funny how the world is twistin’
Bobby’s on a navi system
Michael’s left the land of never
Superstars won’t shine for ever

Idols become young and younger
Melodies get weak not stronger
Isn’t it the time to wonder
What could grow beyond that blunder

No matter where in life you go
No matter where you’re coming from
My mama always told me so
All comes down to simple songs


La la la la let us sing
Na na na na let it ring
Doobie doo doo move your feet
Yeah yeah yeah to any beat

Da da da da da da from me to you
Sha la la la la la that's what I do
Hey hey hey feel the heat
Yeah yeah yeah to any beat

Children know the la la myst’ry
Let them grow in na na hist'ry
Give them faith and keep them strong
And let them dance to their own song

La la la la let us sing
Na na na na let it ring
Doobie doo doo move your feet
Yeah yeah yeah to any beat
Da da da da da da from me to you
Sha la la la la la that's what I do
Hey hey hey feel the heatYeah yeah yeah to any beat"

© Andi Lauth 2009

(das Video im Link unten entstand damals allerdings ohne mein Wissen...
...ich fand es zufällig auf Youtube;-)